Bei Reflux handelt es sich um eine Fehlfunktion im oberen Bereich des Magens. Dieser ist bei gesunden Menschen mit einem ringförmigen Muskel fest verschlossen, dem sogenannten Magenpförtner. Schließt dieser nicht richtig, können Speisebrei oder Magensäure in die Speiseröhre laufen und dort zu vielerlei Komplikationen führen. Eine Refluxerkrankung macht sich durch ständig wiederkehrendes Sodbrennen bemerkbar, es kann auch ein übler Mundgeruch auftreten. Dieser riecht nach Erbrochenem. Bei kleinen Kindern und Säuglingen, bei denen der Magenpförtner nicht richtig schließt, fließt nach dem Trinken häufig Milch wieder zurück aus dem Mund. Das Baby erbricht sich ungewöhnlich oft, auch wenn es nur geringe Mengen Nahrung zu sich nimmt.

Wann zum Arzt bei Verdacht auf Reflux?

Ist das Baby häufig ohne erkennbaren Grund gereizt, könnte es von Sodbrennen geplagt werden. Dies entsteht, wenn aus dem Magen austretende Magensäure die empfindliche Speiseröhre reizt und verschwindet meist nicht von allein. Ihr Baby kann sich aber noch nicht äußern und auf den Schmerz hinweisen. Es wird quengelig, unruhig und weint viel. Bricht ihr Säugling regelmäßig nach den Mahlzeiten, besprechen Sie die Symptome mit Ihrem behandelnden Kinderarzt.

Beim Verdacht auf eine Reflux-Erkrankung werden Sie mit Ihrem Säugling in der Regel an eine Kinderklinik verwiesen. Dort bleiben die kleinen Patienten über Nacht zur Beobachtung, in manchen Fällen ist ein Klinikaufenthalt von bis zu drei Tagen erforderlich, damit die Diagnose zuverlässig gestellt werden kann. Von den Ärzten im Krankenhaus werden Sie umfangreiches Informationsmaterial zum Umgang mit der Krankheit Reflux erhalten, darunter auch vielerlei Ernährungsempfehlungen.

Nicht immer ist eine Operation nötig bei Reflux

Ob Ihr Kind operiert werden muss, werden die Ärzte vor Ort in Ruhe abwägen. Vor allem bei kleinen Kindern wirkt sich eine Vollnarkose empfindlich auf das Herz-Kreislauf-System aus und sollte nach Möglichkeit um einige Jahre hinausgezögert werden. Viele Menschen lernen auch, mit der Reflux-Erkrankung umzugehen und erwachsen zu werden ohne Operation.

Vom Mythos zur Ernährung bei Reflux liest man in letzter Zeit allerdings sehr unterschiedliche Erfahrungsberichte von Betroffenen. Häufig empfehlen die Ärzte eine Ernährung, die weitgehend auf die Zugabe von Fett verzichtet. Dies soll sich günstig auf die Produktion der Magensäure auswirken und ein Auslaufen des Magens verhindern. Auch saure Lebensmittel können sich negativ bei einer Refluxerkrankung auswirken.

Was schafft schnelle Abhilfe bei akutem Sodbrennen?

Gegen den unvermittelt auftretenden Schmerz können Sie mit altbewährten Hausmitteln einiges ausrichten. Auch kleine Kinder vertragen Kaiser Natron gut, es sind keine Nebenwirkungen bekannt. Lösen Sie etwas Natron in Wasser oder dem Babyfläschchen auf und lassen Sie Ihr Kind regelmäßig davon trinken. Auf diese Weise kann die aufsteigende Säure rasch neutralisiert werden, der Schmerz in der Speiseröhre verschwindet abrupt.

Auch das Trinken von Milch kann sich positiv auf die gereizte Speiseröhre auswirken und Sodbrennen minimieren. Kamillentee wirkt beruhigend, Salbeitee kann ebenfalls eine Linderung bewirken. In jedem Fall sollte darauf geachtet werden, dass die Getränke nicht zu heiß sind. Auch eiskalte Getränke könnten das Sodbrennen noch verschlimmern. Ungünstig wirken sich alle Getränke auf das Sodbrennen aus, die Kohlensäure enthalten. Geben Sie Ihrem Kind auch keine verdünnten Fruchtsäfte, da diese die Schleimhäute der Speiseröhre noch weiter reizen und das Sodbrennen verschlimmern könnten.

Worauf kann häufiges Sodbrennen noch hindeuten?

Hinter ständig wiederkehrendem Sodbrennen muss keine Fehlfunktion des Magenpförtners stecken. Stress ist ein bekannter Faktor, der das Auftreten von schmerzhaftem Sodbrennen begünstigen kann. Stehen Menschen, auch kleine Kinder oder Babys, unter Stress, hat dies meist immer Auswirkungen auf die Verdauung. Kinder klagen dann häufig über Bauchschmerzen. Können organische Gründe als Auslöser ausgeschlossen werden, steckt meist eine psychische Belastung hinter den Magenschmerzen.

Sodbrennen kann auch bei völlig gesunden Menschen auftreten, etwa wenn sie zu schwer, zu reichhaltig oder zu fettig gegessen haben. Auch nach zu viel Kaffee oder dem Genuss von Alkohol kann Sodbrennen auftreten. Erst, wenn die Beschwerden in regelmäßigen Abständen wiederkehren und kein Auslöser wie Stress oder falsche Ernährung ausfindig gemacht werden kann, sollten Sie den Rat eines Facharztes suchen. Bleibt eine Refluxerkrankung unbehandelt, kann sich die Oberfläche der Speiseröhrenschleimhaut verändern, es können sich Zysten oder gar Geschwüre bilden. In besonders schweren Fällen kann es zu Speiseröhrenkrebs kommen.