Superfoods sind seit einigen Jahren in aller Munde – wortwörtlich. Zeitschriften, Gesundheitsratgeber und Onlinemedien schwärmen von den heilenden Kräften der Superhelden unter den Lebensmitteln, während gesundheitsbewusste Hipster ihre Mahlzeiten mit exotischen Goji- und Açai-Beeren, Chia-Samen oder Shiitake-Pilzen bereichern. Aber warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Denn solche nährstoffreichen Wunderpflanzen wachsen auch bei uns!

Was sind Superfoods?

Superfoods ist ein Begriff, der von Marketing-Spezialisten erfunden wurde, um gewisse Produkte teurer zu verkaufen. Er ist entsprechend mit Vorsicht zu genießen, da er nicht rechtlich geschützt ist. Manche gehen sogar so weit, Butter mit dem Schlagwort zu bezeichnen. Superfoods gibt es aber tatsächlich. Und zwar weitaus länger, als wir die Bezeichnung kennen.

Es handelt sich um Früchte, Gemüse, Samen, Gräser, Blätter und Algen mit besonders wertvollen Eigenschaften, etwa weil sie mehr Nährstoffe oder Vitamine enthalten als andere. Wunderheilmittel sind sie nicht. Sie wirken sich aber eindeutig positiv auf unsere Gesundheit aus, beugen Krankheiten vor oder unterstützen den Heilungsprozess bei bestehenden Erkrankungen. Dafür ist es allerdings notwendig, sie regelmäßig zu verzehren.

Brennnessel

Bei dem unscheinbaren Gewächs handelt es sich um eines der ältesten Heilkräuter der Welt. Getrocknet und als Tee aufgebrüht, ist die Brennnessel tatsächlich ein kleiner Alleskönner. Sie wirkt sich positiv auf Leber, Galle sowie Bauchspeicheldrüse aus, hilft bei Blasenbeschwerden und unangenehmen Harnwegsinfektionen.

Außerdem entgiftet sowie entschlackt sie und enthält sage und schreibe bis zu viermal so viel Eisen wie ein Rindersteak! Darüber hinaus hilft sie bei Arthritis, Arthrose, Prostatabeschwerden, entzündlichen Darmerkrankungen wie beispielsweise Morbus Crohn (mehr Informationen über diese und andere hier erwähnte Krankheitsbilder gibt es auf Shlnews.org).

Brokkoli und Brokkolisprossen

Nur wenige wissen, dass der grüne Kohlkopf, der in jedem Supermarkt erhältlich ist, ein wahrer Superheld ist, wenn es um Atemwegserkrankungen geht. Brokkoli und dessen Sprossen schützen in erster Linie unsere oberen Atemwege vor Entzündungen, die beispielsweise Asthma auslösen können. Das gesunde Gemüse enthält überdies viel Magnesium, was gut für den Stoffwechsel, die Muskeln und das Herz ist.

Das in ihm enthaltene Sulforaphan hat eine antimikrobielle Wirkung. Mit anderen Worten, es bekämpft Viren, Bakterien sowie Pilze und regt unsere natürlichen Abwehrstoffe an. Die Krebsforschung untersucht sogar, wie Brokkolisprossen das Krebswachstum hemmen und die Wirkung der Chemotherapie verstärkt.

Kürbis und Kürbiskerne

Die orange Riesenfrucht ist nicht nur lecker, sie steckt auch voller Vitamine und Mineralstoffe! Diese wirken entzündungshemmend, gleichen den Cholesterinspiegel aus, straffen die Haut, unterstützen unser Immunsystem und beugen Herz-Kreislauferkrankungen, Alzheimer sowie Grauer Star vor.

Kürbiskerne enthalten zudem viel Zink und nur fünfzig Gramm täglich decken unseren Magnesiumbedarf. Dieses wiederum sorgt für gesunde Zähne sowie Knochen, beugt Diabetes vor und unterstützt beim Abnehmen. Mehr als das, schützen sie Harnwege, die Blase und vor allem Prostata. Urologen empfehlen ihren Patienten daher, regelmäßig Kürbiskernen zu essen.

Leinsamen

Bei diesen unscheinbaren braunen Samen handelt es sich um ein Superfood, das allemal mit den trendigen Chia-Samen mithalten kann. Es lässt sich ohne großen Aufwand in den täglichen Speiseplan einbauen: einfach aufs Frühstücksbrötchen, übers Müsli, in die Suppe oder den Salat streuen! Mehr als zwei Esslöffel pro Tag sollten es allerdings nicht sein.

Der hohe Kalziumanteil kann Rückenschmerzen vorbeugen. Vor allem aber gelten Leinsamen als die beste pflanzliche Quelle für die gesunden Omega-3-Fettsäuren. Diese bauen unsere Nerven- und Gehirnzellen auf, hemmen Entzündungen, regulieren den Blutdruck und Blutfette. Damit beugen sie Herzinfarkten, Schlaganfällen und Thrombosen vor. Durch die große Menge an Ballaststoffen sind Leinsamen zudem ideal bei Verstopfung und anderen Verdauungsproblemen.

Löwenzahn

Diese bei uns wild wuchernde Blume ist weitaus mehr als ein lästiges Unkraut. Ihre pflanzlichen Sekundärstoffe regen die Magensaftsekretion an, wodurch sie Verdauungsbeschwerden, Blähungen und Völlegefühl lindern, den Appetit anregen und krampflösend sowie harntreibend wirken. Sie verbessern zudem den Fettstoffwechsel, was Löwenzahntee zum idealen Getränk bei Gallen- oder Leberproblemen macht.

Wie Brokkoli wird auch Löwenzahn für die Verwendung in der Krebstherapie erforscht. So zeigen bereits mehrere klinische Studien, dass er das Wachstum der gefährlichen Tumorzellen hemmen soll. Blätter, Blüten, Blütenknospen sowie die Wurzeln lassen sich als Salat, Tee oder sogar als Pesto zubereiten.